Störungsticker:

BS: Steht der Nachtverkehr in Braunschweig auf der Kippe?

Die VW Kriese ist uns allen bekannt. Jetzt geht es wohl auch dem Braunschweiger Nachtverkehr an den Kragen.

Seit letztem Jahr fährt die Braunschweiger Verkehrs-GmbH den Nachtverkehr an den Wochenenden zu Freitag auf Samstag und Samstag auf Sonntag Nacht.

Dieser Kosten extrem viel Geld, da einnahmen im Nachtverkehr kaum vorhanden sind. Hauptnutzer des Nachtverkehr sind meist Zeitkarteninhaber wie Monatskarten. Einzelfahrten wie Tageskarten oder Einzelfahrkarten werden kaum bis gar nicht erworben. Die Einnahmen fehlen.

Hier mal ein Auschnitt von der BVI Braunschweiger Verkerhsinfoportal:

Der erst im letzen Jahr eingeführte Nachtverkehr bei der Braunschweiger Verkehrs-GmbH steht auf der Kippe. Zwar steht in diesem Jahr noch keine komplette Abschaffung auf der Agenda – es wird jedoch Einschränkungen geben. Aufgrund der „VW-Krise“, die derzeit für einige Poltiker sehr bequem für alles und jedes herhalten muss und den in diesem Zusammenhang befürchteten steuerlichen Mindereinnahmen, steht er aber in den nächsten Jahren auf jeden Fall zur Disposition, meldet ein Braunschweiger Monopolblatt. Aber auch im Braunschweiger Ratsinformationssystem finden sich entsprechende Unterlagen. Finanzdezernent Christian Geiger stellte bereits klar, dass man derzeit daran arbeite, Einsparungsmöglichkeiten wegen den befürchteten Steuermindereinnahmen im Haushalt zu identifizieren. Es werde sicherlich einige Vorschläge geben, die dem Rat nicht gefallen. Ob dies auch den Nachtlinienverkehr treffen würde, ließ er offen.

Den vorliegenden Informationen zufolge, soll jedoch feststehen, dass der Nachtverkehr bereits mit dem nächsten Fahrplanwechsel im Dezember ausgedünnt wird. So soll der bisherige Stundentakt auf einen „70-Minuten-Takt“ gedehnt werden. Grund sei nicht etwa eine schlechte Akzeptanz des bishierigen Angebotes – nein, begründet wird das damit, dass der Nachtverkehr etwa 9-fach höher bezuschusst werden muss, als der Linienverkehr am Tag. Dies läge daran, dass der Nachtverkehr hauptsächlich von Fahrgästen mit Monats- und anderen Abokarten genutzt und damit keine zusätzlichen Einnahmen generiet würden. Und das passt vor allem dem CDU-Ratsherrn und Aufsichtsratvorsitzenden der Verkehrs-GmbH, Carsten Müller, überhaupt nicht in den Kram, der in der Ratssitzung betonte, „dass alles auf den Prüfstand müsse, wenn es um Sparmaßnahmen ginge“. Dies ist natürlich seine bekannte Art und Weise, etwas „auf Anweisung“ schlecht zu rechnen. Müller tut auch hier wieder einmal in bekannter Manier so, als wäre der ÖPNV ein „Profitgeschäft“ und kein „Allgemeingut“.

Quelle: Verkerhsinfo

Im Rathaus gibt dazu ein Ratsbeschluss denn wir hier gerne verlinken.

Wie geht es jetzt weiter?

Hier seht ihr den Ratsbeschluss dazu:

Geplante Anpassungen im Braunschweiger Nachtlinienverkehr

1. Einführung eines 70-Min-Taktes ab 0 Uhr auf allen Linien
Alle Hauptlinien verkehren am Rathaus zu den Anschlusszeiten 0.00 / 1.10 / 2.20 /3.30. Die Abfahrtzeiten aller anderen Linien werden analog angepasst. Die Angebotsqualität verändert sich für den Kunden nur in geringem Maße – vom 60-Min-Takt zum 70-Min-Takt. Ein großer Teil der Fahrgäste ist nachts zeitlich flexibel und entscheidet kurzfristig über den Zeitpunkt der Fahrt. Es kann davon ausgegangen werden, dass diese Maßnahme nur einen geringen Effekt auf die Fahrgastnachfrage hat. Auf der betrieblichen Seite entstehen erhebliche Einsparungen, da auf zwei Linien jeweils ein Fahrzeug weniger benötigt wird. Auch die geringere Fahrleistung auf allen Linien durch den Wegfall einer Fahrt und die kürzere Dienstzeit der Fahrer reduzieren die Kosten deutlich. Darüber hinaus entstehen größere Wendezeiten auf einzelnen Hauptlinien zur Verringerung der Verspätungsanfälligkeit. Dies betrifft die M1 (Salzdahlumer Weg), 411 (Lammer Busch) und 420 (WF, Bahnhof).

2. Linie M5 letzte Fahrt um 0 Uhr
Die Linie M5 verkehrt zwischen Hauptbahnhof und Broitzem. Der Abschnitt vom Hauptbahnhof bis Donauknoten ist durch andere Linien des Nachtverkehrs gut erschlossen. Insbesondere mit der Linie M3 besteht ein Parallelverkehr bis Donauknoten. Lediglich der Abschnitt Donauknoten – Broitzem wird derzeit einzig durch die M5 erschlossen. Die M5 verkehrt zeitlich 10 Minuten nach (stadtauswärts) bzw. vor (stadteinwärts) der M3. Da die M5 nicht über Rathaus verkehrt, ist der zentrale Umsteigepunkt derzeit für die Fahrgäste der M5 nicht direkt erreichbar. Es ist vorgesehen, dass die M5 als letzte Fahrt um 0.05 ab Hauptbahnhof verkehrt. Ab dem Anschluss um 1.10 am Rathaus soll am Donauknoten ein Bus mit direktem Anschluss an die Fahrten der M3 verkehren. Der Bus soll auf dem Linienweg der M5 bis Broitzem, Turmstraße fahren. Von dort aus weiter als Bedarfsverkehr in die Stadtteile Timmerlah, Geitelde und Stiddien (Siehe Anlage 1). Der Bus übernimmt damit die Bedienung des Stadtteils Timmerlah, so dass die sehr schwach nachgefragten Fahrten der Linie 455 darin aufgehen. Geitelde und Stiddien sind derzeit über ALT-Fahrten angebunden. Diese Fahrten werden dann ebenfalls durch den Bus übernommen. Für Fahrgäste aus dem Bereich Rathaus (insbesondere Umsteiger von anderen Linien) ist diese Maßnahme besonders vorteilhaft. Die Ankunft des Busses in Broitzem wird verglichen zu den Fahrten der M5 knapp 10 Minuten früher sein. Die Anzahl der Umstiege bleibt gleich.

3. Anpassung der Fahrtenhäufigkeit Linie 427 und 452
Die Fahrten auf den Linien 427 und 452 bedienen zu großen Teilen Ortschaften außerhalb des Stadtgebiets. Die Fahrgastnachfrage ist gering. Es ist geplant, die Fahrtenhäufigkeit auf das Niveau vor Einführung des durchgehenden Nachtlinienverkehrs und damit auf durch die Gemeinde Cremlingen finanzierte Fahrten zurückzuführen. Gemeinsam mit der Gemeinde Cremlingen wurde eine neue Linienführung erarbeitet. Damit werden die Linien 427 und 452 vereint (Anlage 2) und die Ortschaften der Gemeinde Cremlingen können weiterhin durchgehend im Nachtlinienverkehr bedient werden. Die Linie 452 soll – so wie auch im Tagesverkehr – ab Helmstedter Straße verkehren. Die Linie 452 verkehrt dann über Weddel nach Cremlingen und weiter auf dem bisherigen Linienweg. Der Abschnitt Rathaus – Helmstedter Straße soll von der Buslinie 412 (siehe nächster Abschnitt) übernommen werden.

4. Linie 412 verkehrt im Nachtverkehr ab Rathaus
Derzeit werden die Stadtteile Lindenberg und Rautheim nachts von der Linie 452 mit bedient. Mit der Verringerung der Fahrtenhäufigkeit auf der Linie 452 ist für diese Stadtteile eine durchgehende Bedienung sicherzustellen. Es ist geplant, die Linie 412 im Nachtverkehr auf dem Linienweg Rathaus – Helmstedter Straße – Lindenberg – Rautheim (und zurück) verkehren zu lassen (Siehe Anlage 3). Das Fahrtenangebot wird damit auf dem gesamten Linienweg durch die neu hinzukommenden Fahrten in Richtung stadteinwärts ausgebaut und dem üblichen Angebot im Stadtgebiet angeglichen. Für die Fahrgäste im Bereich Rautheim und Lindenberg wird das Angebot deutlich transparenter, da sie die Linie 412 als in ihrem Stadtteil verkehrende Linie wiedererkennen. Es verkehrt dann durchgängig eine Linie in die Stadtteile, unabhängig von dem Bedienungsangebot in die Umlandgemeinden. Zur Linie 452 kann an der Helmstedter Straße direkt und gesichert umgestiegen werden. Für die Fahrgäste der Linie 452 entfällt damit die derzeitige Schleifenfahrt über Lindenberg und Rautheim. Damit verkürzt sich die Fahrzeit für die Fahrgäste in Richtung Cremlingen um etwa 15 Minuten.

5. Linie 414 und 434: Zeitweise Bedienung durch Anruf-Linien-Taxi (ALT)
Die zusätzlich eingeführten, späten Fahrten auf den Linien 414 und 434 sind sehr gering nachgefragt. Etwa ein Drittel der zusätzlichen Fahrten verkehrt ganz ohne Einsteiger. Ein großer Teil der Fahrten hat maximal 4 Fahrgäste, ein geringer Teil bis 8 Fahrgäste. Die Fahrten der Linie 414 und 434 vom Anschluss am Rathaus am Freitag um 2.20 und 3.30 sowie am Samstag um 3.30 werden auf ALT-Fahrten umgestellt. Die Bedienung des Abschnitts Harxbüttel – Lagesbüttel (Linie 434) wird bei den früher als oben genannt stattfindenden Fahrten auf einen Bedarfsverkehr (Anruf-Linien-Bus = ALB) umgestellt.

Finanzielle Auswirkung
Die Mehrkosten für den Betrieb des durchgehenden Nachtverkehrs in den Nächten von Freitag auf Samstag und Samstag auf Sonntag lassen sich mit den oben genannten Maßnahmen um etwa 25 % reduzieren. Dies entspricht 100 T EUR pro Jahr. Für den durchgehenden Nachtverkehr fallen dann weiterhin etwa 300 T EUR Kosten pro Jahr an. Unter der Annahme einer konstanten Fahrgastzahl im Nachtverkehr und unter den zuvor genannten Annahmen zur durchschnittlichen Fahrgasteinnahme verbleibt pro Fahrgast ein Zuschussbedarf von wenigstens 2,20 Euro.

Anlage 1
Anlage 2
Anlage 3

Quelle: Beschlussvorlage 15-00920
Ratsinfosystem Stadt Braunschweig

Quelle: Eigenbericht und BVI
21.11.2015

 

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