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BS: Stadtbahn: Welche Trasse wird es denn nun?

Braunschweig. Der Rat der Stadt Braunschweig hatte im Dezember 175.000 Euro für die Erforschung der Wirtschaftlichkeit des Stadtbahnausbaukonzeptes bewilligt. Es standen noch einige Korridore zur Auswahl, die noch näher untersucht wurden. Eigentlich sollte die Wirtschaftlichkeitsprüfung Anfang des Jahres vorliegen, doch die Untersuchungen zogen sich hin. 

Stadtbaurat Heinz-Heinz Georg Leuer sagte am Mittwoch im Planungs- und Umweltausschuss, dass während der Untersuchung weitere Fragen aufgetaucht wären, denen man gemeinsam mit der Verkehrs-GmbH nachgegangen sei. Er gehe momentan davon aus, dass man dem Rat der Stadt Braunschweig zur Sitzung im Mai genauere Details nennen könne. Diese Korridore stehen zur Auswahl, und wurden in den vergangenen Monaten genauer untersucht:

Eine Bahn für den Campus

Da wäre zum einen die Campus Bahn mit westlicher Innenstadtstrecke. Die gewählte Trasse würde TU-Nord-, TU-Ost- und TU-Zentralbereich verbinden. Dazu erschließt sie die vorhandenen und geplanten Baugebiete in Querum sowie das nördliche Ringgebiet. In der ursprünglichen Vorlage der Verwaltung heißt es zu der Strecke: „Die westliche Innenstadtstrecke hat ein großes Potential und könnte betriebliche Vorteile im Netzzusammenhang generieren (z. B. Entlastung Bohlweg, Erschließungswirkung Innenstadt, betriebliche Flexibilität in Sondersituationen). Aufgrund der deutlich besseren Erschließung der westlichen Innenstadt durch Stadtbahnen und der Erhaltung der Leistungsfähigkeit des westlichen Abschnitts des Cityrings für den Individualverkehr (Güldenstraße) wird die Alternative über Gördelinger-/Brabandtstraße nach derzeitigem Planungsstand präferiert.“

Ein möglicher Verlauf der Stadtbahn könnte so aussehen.

Ein möglicher Verlauf der Campus Bahn könnte so aussehen. Foto: WVi

Salzdahlumer Straße – Heidberg

Weiterhin in der Untersuchung ist die Strecke Salzdahlumer Straße – Heidberg. Der Teilabschnitt durch die Südstadt könne dabei auf gesamter Strecke nur straßenbündig geführt werden, so die Verwaltung. In den engen Straßenräumen könnte die Stadtbahn ihre Systemvorteile nicht zur Wirkung bringen. Auch der nötige Umbau des Welfenplatzes würde für andere Verkehrsarten und Nutzungen zu starken Beeinträchtigungen führen. Das wird von der Verwaltung auch aus stadtgestalterischer Sicht als problematisch angesehen. Diesen Teilabschnitt per Bus zu bedienen sei laut Vorlage zweckmäßiger. Der Teil Salzdahlumer Straße-Heidberg des Korridors wird allerdings weiterverfolgt.
 Bei der Berechnung wurde unterstellt, dass die Linie nach Stöckheim über die Wolfenbütteler Straße/A 395 und die Linie zum Heidberg über Bebelhof geführt werden.

Helmstedter Straße – Lindenberg – Südstadt – Mascherode

Auch die Strecke in Richtung der Heinrich-der-Löwe-Kaserne könnte großes Potenzial besitzen. Dabei wurde auch der Teil durch den nördlichen Teil des Baugebietes Roselies positiv bewertet. „Eine Führung nach Mascherode würde bei ähnlichem Aufwand ein etwas höheres Fahrgastpotential als eine Führung nach Rautheim versprechen. Der Siedlungsbereich von Mascherode würde durch eine Führung entlang der heutigen Busführung über Hinter den Hainen – Am Steintore besser erschlossen als durch eine Führung über Alte Kirchstraße – Salzdahlumer Straße. 
Diese Ergebnisse werden im Zuge der Überprüfung der Wirtschaftlichkeit nochmals geprüft“, wird die Situation in der Vorlage beschrieben.

Radeklint – Rudolfplatz – Lehndorf – Kanzlerfeld

Eine gleichzeitige Realisierung von Stadtbahnstrecken nach Lamme und Kanzlerfeld erscheinen wenig realistisch: Jeder Streckenast würde laut Vorlage bereits für sich die Potentiale in der Siedlung Lehndorf nahezu vollständig erschließen. „Beim Vergleich beider Varianten ist der Ast Kanzlerfeld kürzer und erschließt trotzdem ähnliche Potentiale wie der Ast nach Lamme. Eine Endstelle der Stadtbahn Kanzlerfeld/Bundesallee ermöglicht eine günstigere Verknüpfung zu einem ergänzenden Busnetz.“, heißt es in der Vorlage. 
Deshalb sei der Ast Richtung Kanzlerfeld vorteilhafter. Auch das sollte im Zuge der Überprüfung der Wirtschaftlichkeit nochmals angeschaut werden. „Der Teilabschnitt Kanzlerfeld – Watenbüttel würde eine teure Bahnquerung am südlichen Ortsrand von Watenbüttel erfordern, da die heutige Rechtslage nur eine Über- oder Unterquerung des DB-Gleises zulässt. Die Bahnquerung würde lange Rampen in Watenbüttel erfordern, was kaum realisierbar erscheint.“, so die Verwaltung. Dazu kommen weitere Ausschlusskriterien, es wurde daher nur noch der Abschnitt Radeklint-Kanzlerfeld des Korridors weiterverfolgt.

Volkmarode-Nord

„Die Verlängerung nach Volkmarode-Nord ist bereits im Vorfeld intensiv durch die Verkehrs-Gmbh geprüft worden; es liegt eine Standardisierte Bewertung mit nicht auskömmlichem Ergebnis vor. Es ist zu prüfen, ob diese Strecke bei Betrachtung im Netzzusammenhang oder mit verändertem betrieblichen Rahmenbedingungen bessere wirtschaftliche Ergebnisse liefert als bei der bisher erfolgten Einzelbetrachtung. Sie wird daher im Konzept weiterhin berücksichtigt.“, ist in der Vorlage aus dem Jahr 2014 zu lesen.

Welche Strecke hat Chancen auf eine Förderung?

Die von den vier genannten Planfällen repräsentierten Korridore bilden zusammen mit der Verlängerung nach Volkmarode-Nord den fachlichen Kern, der weiter hinsichtlich der Wirtschaftlichkeit untersucht wurde. Die Strecken würden ein Gesamtinvestitionsvolumen von rund 
260 Mio. Euro (netto) verschlingen. Deshalb musste bei der weiteren Planung auch beachtet werden, welche Strecken eine Chance auf die Förderung durch das Land Niedersachsen haben. Im Mai wird sich voraussichtlich zeigen, welche Pläne von der Stadt weiter verfolgt werden können. Die ganze Planung finden Sie hier.

 

Quelle: Regionalbraunschweig
21.04.2016

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